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Wien-Fahrt der 10 a / b
 

Montag, 20. Juli 2009
Am frühen Morgen des 20. Juli, für manche war es noch mitten in der Nacht, trafen sich alle zehnten Klassen unseres Gymnasiums am Busparkplatz Südliche Auffahrtsallee mit ihren Lehrkräften Frau Beck und Frau Bock, Frau Hollmann und Herr Seliger sowie Frau Leubner und Herr Zwickl, denn es sollte auf große Fahrt gehen. Wien hieß das Ziel der 10 a und 10 b, Berlin das der 10 c. Nach kurzem und relativ schmerzlosem Abschied von den Eltern ging es auch schon los. Der Bus der 10 c setzte sich zehn Sekunden vor unserem in Bewegung, aber deren Weg war schließlich auch weiter. Gut gelaunt nahmen wir die etwa fünfeinhalb Stunden Fahrt in Angriff, die wir mit einem Zwischenstopp zur Vermeidung von geplatzten Blasen auch locker überstanden. Ganz und gar nicht froh stimmte uns allerdings das Wetter, denn auf der letzten halben Stunde Fahrt gerieten wir in einige Regenschauer, die sich auch bei unserer Ankunft am Hotel noch nicht endgültig verzogen hatten. Nach einigem Gemurre über die Unzuverlässigkeit von Internetwettervorhersagen, der Verteilung der Zimmer und deren Inbesitznahme sowie einigen Korrekturarbeiten am Make-up einiger Schülerinnen waren wir bereit für die erste Tour durch die Donaumetropole. Mit der U-Bahn ging es zur Oper, wo zunächst das Verhandlungsgeschick von Frau Beck und Frau Hollmann auf die Probe gestellt wurde, denn der Stadtrundfahrtsveranstalter weigerte sich plötzlich, die uns schriftlich zugesicherten Tickets zur Verfügung zu stellen. Na, der kannte wohl die Fähigkeiten unserer Reiseleiterinnen noch nicht! Nachdem alles zu unserer Zufriedenheit geregelt war, blieb noch eine knappe Stunde Zeit zu ersten vorsichtigen Annäherungen am die Wiener Innenstadt (Zitat: "Boah, Schuhe…"). Frau Hollmann und Herr Seliger entdeckten dabei ein Minilokal, in dem die Preise klein geblieben, aber die Portionen infolge der Wirtschaftskrise an die Preise angepasst worden waren, z.B. ein Bier – ein Euro, allerdings ein Achtelliter Bier!
Die anschließende Stadtrundfahrt führte uns auf getrennten Routen durch die österreichische Hauptstadt. Die 10 b folgte den Spuren des modernen und hypermodernen Wien über die Secession, das Haus der Kunst, den Prater, die Alte Donau und die UNO-City wieder zurück zur Oper.

 

Danach fuhren wir zurück in den 10. Bezirk, in dem sich unser Hotel befand, und suchten uns verschiedene Lokalitäten zum Abendessen. Wir stärkten uns ordentlich und brachen dann zur zweiten Runde auf. Die 10 a machte die Gegend um das Praterriesenrad unsicher, während sich die 10 b als Denkmalsstürmer in der Innenstadt versuchte. Außerdem flanierten wir durch die malerisch angestrahlten Innenstadtgassen, die Hofburg und den Hofgarten bis zum Rathausplatz, wo eine Aufführung von "Don Giovanni" auf Großleinwand übertragen wurde. Wir gaben uns aber eher als Kunstbanausen und verließen das Areal bald wieder, um in einem letzten körperlichen Aufbäumen noch die Ringstraße entlang zu spazieren, bis unsere Beine "Hilfe!" schrien. Im Hotel angekommen, begaben sich fast alle auf direktem Wege ins Bett, denn für acht Uhr war bereits wieder Frühstück angesagt.


Dienstag, 21. Juli 2009
Heute trafen wir uns um acht Uhr zum Frühstück. Da eine andere Klasse auch genau zur selben Zeit im Frühstücksraum auftauchte, wurden Platz und Luft ziemlich schnell ziemlich knapp. Trotzdem stärkten wir uns ausreichend für die folgenden Stunden, denn es gab schließlich wieder viel zu entdecken. Die Klassen begaben sich mit ihren Reiseleitungen auf verschiedene Bustouren durch die Stadt, auf denen wir vieles Wissenswerte erfuhren. Der Besuch der Hofburg vermittelte uns ein genaueres Bild über die Lebensumstände des österreichischen Kaiserpaares Franz Josef und Elisabeth, genannt Sissi. Nach einer kurzen Freizeit zum Essen mit kulturellem Rahmenprogramm in Form einer Breakdanceperformance von fünf jungen Leuten vor dem Stephansdom. Die 10 b erklomm anschließend die knapp 350 Stufen bis zur Wächterstube im Turm des von den Einheimischen liebevoll "Steffel" genannten Domes und geriet dabei ordentlich ins Schwitzen.

Von oben genossen wir den herrlichen Rundblick über die Dächer der Stadt und stellten fest, dass wir uns trotz allem lieber einen Rundgang außen am Turm gewünscht hätten, wie wir ihn zum Beispiel vom Alten Peter in München her kennen. Wieder unten angekommen mussten wir uns trotz der von der ungewohnten Anstrengung noch zitternden Knie im verschärften Marschtempo wieder in Richtung Bushaltestelle begeben, um die letzte noch ausstehende Rundfahrt rechtzeitig zu erreichen. Dank eines kurzen Sprints gelang das auch den Schlusslichtern der Gruppe. Nach weiteren sechzig Minuten, die mit interessanten Informationen über Wien und einige wichtige Wiener unterlegt waren, trennten sich unsere Wege für ein individuelles Besichtigungs-, Einkaufs- oder Entspannungsprogramm. Um neun Uhr abends traf die 10 b sich an einer sensationellen Eisdiele am Schwedenplatz wieder, während die 10 a ein Kulturprogramm mit Jazzmusik vorm Rathaus absolvierte und anschließend durch das malerisch angestrahlte Innere Wien flanierte. Einiger Schülerinnen der 10 b erschienen mit aufsehenerregenden Kopfbedeckungen aus Luftballons am Treffpunkt und waren auch auf dem anschließenden Spaziergang am Ufer des Donaukanals ein echter Hingucker. Wir atmeten noch eine Stunde lang Großstadtfeierabendflair in der entspannten Atmosphäre der Strandbars, bevor wir ins Hotel zurückkehrten. Einigen hatten die Hitze und die Anstrengungen des Tages offensichtlich nichts anhaben können, denn sie machten noch lange Zeit die Nacht zum Tage.


Mittwoch, 22. Juli 2009
Heute stand zunächst ein Besuch des Schlosses Schönbrunn auf der Tagesordnung. Bereits am Morgen erreichte die Quecksilberskala des Thermometers beachtliche Höhen, so dass die Reisegruppe bemüht war, jeden sich bietenden Schatten auf dem Weg von der U-Bahn-Station zum Schloss auszunutzen.

Bei der Besichtigung des für Besucher zugänglichen Teils des Schlosses hatten viele von uns ein Aha-Erlebnis, denn viele der Informationen, die wir über Audio-Guide bekamen, waren uns schon von der Hofburgvisite am Vortag bekannt. Außerdem waren wir ständig auf der Flucht vor überlaut sprechenden Reiseführern anderer Gruppen, vor überfüllten Räumen oder einfach nur vor der Hitze. Die 10 b genoss nach der stickigen Enge einiger Schlossräume den weiten freien Blick über Wien von der Gloriette aus. Nach wiederholten Planänderungen kehrten wir schließlich vor den Toren des Schlosses gemeinschaftlich ein und genossen diverse Köstlichkeiten der Wiener Küche. Die 10 a besuchte die Apfelstrudelshow der Hofbackstube Schönbrunn, wo eine Schülerin sogar ein Diplom als Wiener Apfelstrudelbäckerin erwarb. Anschließend picknickte die Klasse an der Gloriette, während die 10 b das Hundertwasserhaus und das Haus der Kunst besuchte, wo wir feststellten, dass die Hitze dem Kulturenthusiasmus nicht gerade zuträglich war, denn nahezu einstimmig wurde ein Ausstellungsbesuch abgelehnt. Bei einem wohlverdienten und auch dringend benötigten Kaffee entwarf die Reiseleitung in Gestalt von Frau Hollmann und Herrn Seliger das Rahmenprogramm für die verbleibende Zeit in Wien und gab dieses der getreuen Schülerschaft bekannt, welche die Vorschläge wohlwollend aufnahm. Ein Teil der 10 a und auch der 10 b entspannte sich den restlichen Nachmittag auf der Donauinsel, die eigentlich eher ein breiter, parkähnlicher Streifen inmitten des Flusses ist.
Nach einer längeren Freizeitpause traf sich die 10 b am Schwedenplatz und fuhr gemeinsam zum Prater, um schon einen kleinen Vorgeschmack auf die Wiesn zu bekommen. Wir fuhren gemeinsam mit dem legendären Riesenrad, und dann lieferten einige von uns ein denkwürdiges Schauspiel auf dem Topspin des Pratergeländes. Der Chef des Fahrgeschäfts hatte einen Riesenspaß damit, ein Rudel Münchner Mädels mal so richtig nass zu machen – im wahrsten Sinne des Wortes. Nass, glücklich und zufrieden kehrten wir ins Hotel zurück.


Die 10 a war in der Zwischenzeit in den Beachclubs des Donaukanals unterwegs und eroberte, wie man hört, die Männerherzen im Sturm.
 

Donnerstag, 23. Juli 2009
Heute war der bisher heißeste Tag unseres Aufenthalts, und er endete mit einer ordentlichen Abkühlung – aber der Reihe nach. Die 10 a gab sich ganz der Kunst hin – ein Teil besuchte mit Frau Bock das Kunsthistorische Museum, der andere Teil mit Frau Beck das Naturhistorische Museum. Dort sahen wir vom Fadenwurm unter dem Mikroskop über Bartagamen im Terrarium bis zur ausgestopften Giraffe sämtliche Tierarten. Darüber hinaus gab es einige riesige Steinsammlung, Höhepunkt war allerdings die prähistorische Abteilung mit der "Venus von Willendorf". Nach einem fast 3-stündigen (!) Museumsbesuch hatten sich die Mädchen eine Mittagspause verdient. Manche allerdings, darunter auch Frau Beck, fuhren zurück ins Hotel, um sich für den Nachmittagsbesuch im Hotel Sacher fein zu machen. Dort durften wir bei Sachertorte und einer Melange im Kühlen sitzen und uns verwöhnen lassen. Am Abend fuhren wir nach Nußdorf zu einem Heurigen und besuchten danach wieder die Beach-Bars an der Donau. Leider dauerte das Vergnügen nicht sehr lange, denn ein heftiger Sturm zwang uns zu einem schnellen Aufbruch. Beim Überqueren der Donau wurden wir beinahe von der Brücke geweht, erreichten aber relativ trocken unser Hotel. Leider hatte dort das Gewitter für einen Wassereinbruch im Keller gesorgt, was wiederum zur Folge hatte, dass für ca. eine Stunde das Wasser abgestellt wurde. Das hieß: Keine Dusche!!! Kein Toilettenbesuch möglich!!! Im Schlafanzug zu Mc Donald's!!!!
Die 10 b begann hingegen den Tag mit einer Stippvisite auf dem Zentralfriedhof, wo wir unter anderem das Grab von Falco besuchten, das auf besondere Art und Weise gestaltet ist. Eine dicke Glaswand mit einem Bild des Sängers und den Titeln einiger seiner unvergesslichen Lieder trennt das Grab in zwei Hälften – eine für den Bürger Hans Hölzl, den nur wenige kannten, und eine für den Superstar, als der er in unserem Gedächtnis bleiben wird.

Da es für größere Anstrengungen einfach zu heiß war, begannen wir direkt am Zentralfriedhof mit einer ausgedehnten Mittagspause, in der jede auf ihre Weise versuchte, der Hitze zu entkommen. Am späten Nachmittag fuhren wir in den Heurigenort Nußdorf, wo wir einen Spaziergang zu einem netten Heurigengarten mit tollem Blick über die Stadt machten. Der Ober war so beeindruckt von der großen Schar Münchner Mädchen, dass er sich in den Finger schnitt, was den gesamten Betrieb ziemlich durcheinander brachte. Es kann nur darüber spekuliert werden, wie geordnet unser Besuch mit intaktem Finger abgelaufen wäre. Nachdem wir einen Freundschaftspreis für unseren Imbiss gezahlt hatten, machten wir uns auf den Rückweg, wo wir uns in verschiedene Interessensgruppen teilten. Ein großer Teil fuhr zurück zum Hotel, um Sonnenbrände, Mückenstiche und andere Wehwehchen zu versorgen, ein anderer erkundete mit Frau Hollmann die Szene im und ums Museumsviertel und ein dritter, kleiner Teil blieb vorm Rathaus, um "Carmen" als Opernfilm anzusehen bzw. anzuhören. Dabei wurden wir von einem heftigen Gewitter überrascht, das plötzlich über Wien hereinbrach und für ein beträchtliches Chaos sorgte. Wir flüchteten nach Hause, konnten aber nicht vermeiden, bis auf die Haut durchnässt zu werden. Als wir wieder trockene Sachen am Leib hatten, war es inzwischen Mitternacht, und wir konnten ein Geburtstagskind hochleben lassen.


Freitag, 24. Juli 2009
Heute hieß es schon wieder, Abschied zu nehmen. Deshalb packten wir nach dem Frühstück die Koffer. Glücklicherweise durften wir sie im Hotel lassen, und so konnten wir unbeschwert die letzte Besichtigungstour starten.

Die 10 a brach zum Hundertwasserhaus auf, um sich im Anschluss eine Ausstellung im KunstHaus Wien anzusehen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Biergarten einer traditionellen Wiener Gaststätte trennte sich die Gruppe und absolvierte ein individuelles Programm. Die 10 b begann den Tag auf dem Naschmarkt, wo wir viele Leckereien probierten, uns an liebevoll angerichteten Delikatessen erfreuten und viele Euros in kleine Mitbringsel investierten. Anschließend besichtigten wir wahlweise das Naturhistorische oder das Kunsthistorische Museum. Ein üppiges gemeinsames Mittagessen im Viertel Spittelberg stand am Ende des gemeinsamen Programms. Anschließend gab es noch etwas Freizeit für private Besorgungen. Pünktlich erschienen alle wieder am Hotel, so dass wir glücklich und müde die Heimfahrt antreten konnten. Interessanterweise regnete es auf der Rückfahrt genau wie schon auf der Hinfahrt, was wieder einmal den Spruch bestätigt, in dem es heißt: "Wenn Engel reisen, weint der Himmel."
An dieser Stelle ein Dankeschön an Frau Beck und Frau Hollmann für die Organisation und an die Schülerinnen beider Klassen für Zuverlässigkeit und Zusammenhalt während der gesamten Zeit.
Ein großes Dankeschön für die Unterstützung durch unsere ständigen Begleiter Frau Bock und Herrn Seliger, dem wir darüber hinaus für den fortlaufenden Bericht auf unserer Homepage zu besonderem Dank verpflichtet sind.
 

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