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Studienfahrt der Klasse 11b
nach Sorrent ( 23. – 28. Mai 2009)


4 Uhr in der Früh. Der Wecker klingelt. Nicht gerade eine humane Zeit, und das noch an einem Samstag. Doch für uns 20 Mädels aus der 11b, begleitet von Frau Müller und Frau Backhaus kein Problem. Schließlich geht es für fünf Tage in den sonnigen Süden, nach Sorrent. Schnell noch die letzten Sachen und die Vorträge für die verschiedenen Sehenswürdigkeiten in und um Sorrent in den Koffer und dann ab zum Flughafen.
Zum Glück kam keine von uns zu spät, so dass wir pünktlich um 8.20 starten konnten. Ebenso planmäßig landeten wir knapp zwei Stunden später in Napoli. Ein Bus stand bereit, um uns nach Sorrent zu bringen. Auf dem Weg dorthin bekamen wir schon einen kleinen Eindruck von der Umgebung. Wir fuhren zwar lange durch das „Ramadama“- bedürftige Neapel , wurden dann aber mit den Küstenstraßen und dem Blick auf das Meer belohnt.
In der Ferienanlage „Costa Alta“ bezogen wir unsere kleinen, aber feinen Bungalows, die wir jeweils zu fünft teilten. Wir hatten uns bewusst für Selbstversorgung entschieden, um zeitlich flexibel zu bleiben und den Spaß am „group cooking“ zu entdecken. Auch wenn es manchmal ein großes Maß an Improvisation brauchte, aber gerade das war die Herausforderung.
Am Nachmittag fuhren wir mit der „Circumvesuviana“, man könnte sagen einer getunten Regionalbahn Baujahr 1883, in die Innenstadt von Sorrent.

 

Sorrent liegt über Steilklippen aus vulkanischem Gestein und ist besonders für seine melonengroßen Zitronen bekannt. Nach etwa 1 ½ Stunden Führung und einer weiteren Stunde Stadtbummel, kehrten wir in unsere Anlage zurück. Den Abend, der uns zur freien Verfügung stand, nutzten wir gleich, um uns mit der spartanischen Küchenausrüstung vertraut zu machen, und im Anschluss den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.
Am Sonntag, den 24.5., fuhren wir zu dem drittgrößten antiken Amphitheater, nach Pozzuoli. Der Bau, der unter Nero im 1. Jh. N. Chr. begonnen und von Vespasian vollendet wurde, fasste rund 40.000 Zuschauer, für die damalige Zeit eine beträchtliche Zahl!
Zwar waren wir in Pozzuoli schon inmitten der phlegräischen Felder, einem Gebiet von etwa 150 km², das aus aktivem Vulkangestein besteht und unter dem sich heiße Thermalquellen befinden. Doch als wir den Kraterrand der Solfatara, des zweiten nur ruhenden Vulkans in Kampanien, erreichten, merkten wir noch nicht viel von dem Duft nach faulen Eiern (ähnlich wie im Chemieunterricht). So wagten wir uns noch weiter in den Krater vor, in dem an einigen Stellen kochender Schlamm brodelte und heißer Schwefeldampf aufstieg. Wer nur Flip Flops trug oder mit den Händen in den Schwefelkristallen herumbuddelte, bekam die Hitze des Bodens deutlich zu spüren.
Nachdem wir lange genug in der Schwefelsauna transpiriert und unsere Kleidung den „angenehmen“ Geruch konserviert hatte (damit unsere Eltern zu Hause auch noch etwas davon hatten) machten wir uns auf den Rückweg.
Am Montag, den 25.5., begann der Tag für uns schon früh, damit wir die erste Fähre nach Capri erwischen konnten. Um Kosten zu sparen, den verpassten Sportunterricht zu ersetzen, Muskeln aufzubauen und die Müdigkeit aus unseren Knochen zu treiben, verzichteten wir auf das Angebot mit Bus oder Zahnradbahn ins Ortszentrum hochzufahren und machten uns an einen, bei 32°C äußerst schweißtreibenden Aufstieg. Ein erster herrlicher Ausblick über die Bucht von Capri sollte uns belohnen. Doch weiter ging’s mit sportlichen Höchstleistungen auf einem so genannten „Rundgang“ bergauf, bergab, treppauf, treppab zu den spektakulären Aussichtspunkten der Insel: Der Anblick des Arco Naturale, der Villa Malaparte und der Faraglioni waren die Anstrengung wert! Dankbar um jeden Sitzplatz, den wir auf der Fähre bekommen konnten, fuhren wir erschöpft, aber auch glücklich über die erbrachte Leistung in unsere Anlage zurück.

Dienstag, 26.5. „Prossima Fermata Pompei“ (auf Deutsch: Nächster Halt Pompeji) Das war unser Stichwort, um aus der getunten Bummelbahn auszusteigen.
Unser Führer Maurizio holte uns vom Bahnhof ab und führte uns zwei Stunden durch das antike Pompeji. Keine ahnte, was sich hinter den Stadtmauern verbarg: Eine atemberaubende Stadt, in der wirklich jeder Winkel genauestens geplant war. Kein Wunder, dass Maurizio des öfteren beiläufig erwähnte, dass das alles seine klugen Vorfahren erbaut hatten. Wir besichtigten antike Schnellimbisse, Bäckereien, eine Therme, kleine römische Villen und die große Villa Casa del Fauno, Forum und Basilika, ja sogar ein ehemaliges Freudenhaus. Wir erfuhren, warum es in Pompeji bereits „Zebrastreifen“ gab und warum „Geld nicht stinkt“ – Maurizio blieb uns keine Antwort schuldig.
Da wir schon nachmittags in die Anlage zurückkehrten, nutzten wir die Gelegenheit, im großen Pool zu baden und anschließend ins Zentrum von Sorrent zu fahren und zum letzten Mal das leckere Mousse au Chocolat- und Zitroneneis, das von uns zum besten gekrönt wurde, zu genießen.

Der Mittwoch (27.5.) begann mit einem Geburtstagsständchen für Patricia, die das Glück hatte, ihre Volljährigkeit in Sorrent zu feiern. Nach einem ausgiebigen Frühstück stiegen wir in unser privates Taxi, also einen Kleinbus, der mit uns die amalfitanische Küste entlangfuhr, so dass wir unseren Muskelkater pflegen konnten. Amalfi war das erste Ziel: Eine majestätische Treppe führt hinauf zum Dom, der dem Heiligen Andreas geweiht ist. Besonders sehenswert sind: der Paradieskreuzgang aus dem 13.Jh., der durch seine weißen, hohen Bögen der orientalischen Kunst sehr nahe ist, der Domschatz, die Krypta mit den Reliquien des Heiligen und das barock ausgestaltete Kirchenschiff.


Nach dem kulturellen Teil folgte dann eine Abkühlung im Meer, um wenigstens einmal das angenehm kühle Nass des Golfs von Neapel zu genießen.
Unser letzter Stopp war Ravello ein romantisches Örtchen, das wegen seiner einmaligen Lage und den dort alljährlich stattfindenden Musikfestspielen ein Highlight der Amalfiküste darstellt. Eine Hauptattraktion ist die Villa Rufolo mit ihrem wunderschönen Garten, der längst nicht so beliebt wäre, wenn man nicht wüsste, dass hier ein Teil des allerliebsten Lieblingsfilms der Generation 50+ gedreht wurde, der sogar Männer bei dem Satz „Sie wird diesen Sommer nicht überleben“ zu Tränen rührt. Natürlich, es geht um den Film „Sissi“.
Wenn wir das unseren Omas erzähllen, platzen sie wahrscheinlich vor Neid  und befragen uns genauesten nach der Gestaltung und Bepflanzung des Gartens.
Zurück in der Anlage kamen wir leider nicht darum herum, unsere Koffer zu packen. Doch bevor wir wehmütig ins Bett gingen, feierten wir Pattis Geburtstag mit einer Pizzaparty in dem Restaurant der Anlage. Dies bildete einen schönen Abschluss unserer Klassenfahrt.
Am Donnerstag (28.5.) um sieben Uhr hieß es Abschied nehmen. Bedingt durch Baustellenstaus und die morgendliche, neapolitanische Rushhour geriet unsere Fahrt zum Flughafen zu einem Wettlauf mit der Zeit, den wir knapp gewannen.
Mit der pünktlichen Landung in München war unsere Abschlussfahrt nun endgültig vorbei.
Es war auf jeden Fall eine tolle letzte Reise gemeinsam als Klasse. Nächstes Jahr sind wir bereits K12 und werden nur noch vereinzelt in Kursen zusammen sitzen.
An dieser Stelle noch ein ganz großes Dankeschön an unsere Lehrerinnen Frau Müller, die für uns diese Reise organisiert, und Frau Backhaus, die uns begleitet hat.

Daniela Klug, 11b

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