Mädchenwelten im Schloss
Die Klasse 8b besucht die Erlebnissausstellung
Wir, das heißt die Klasse G 8 b, Fr. Backhaus und Fr. Biechele trafen uns am Freitag, den 05.12.2008 zu Beginn der 1. Stunde. Nachdem wir uns mit einer Weihnachtsgeschichte adventlich eingestimmt hatten, besuchten wir ab 9.00 Uhr zusammen das Museum Mensch und Natur, wo wir eine Führung durch die Ausstellung „ Weil wir Mädchen sind“ mitmachen durften. Zur Vorbereitung hatten wir uns schon einen Vortrag von zwei Leistungskursteilnehmerinnen in der letzten Geographiestunde zu dem Thema angehört.
Wir waren sehr gespannt, was für Antworten uns die Ausstellung auf Fragen, wie beispielsweise: „Wie leben Mädchen anderswo auf der Welt?“, „ Was sind ihre Wünsche, Träume, aber auch Probleme?“ und „Was ist an dem Leben von Mädchen eigentlich anders als an dem von Jungen?“ geben würde.
Nach einer kurzen Einführung von zwei sehr kompetenten Führerinnen wurde unsere Klasse in zwei Gruppen geteilt.
Zwei von drei Beispielsländern, nämlich Indien und Mali, schauten wir uns näher an, für Ecuador reichte die Zeit leider nicht mehr.
|
|
![]() |
Zuerst wurde durch ein Glücksrad veranschaulicht, wie viel Glück man als
Mädchen haben muss, um in guten Verhältnissen wie bei uns aufwachsen zu dürfen.
Nur in ca. 8% der Fälle kann ein Mädchen in geordneten Verhältnissen, wie sie
bei uns zum größten Teil in Europa herrschen, aufwachsen. Ansonsten wird man
vielleicht sofort nach der Geburt umgebracht, da die Eltern kein Mädchen haben
möchten, oder man muss ein Leben führen, das aus harter Arbeit, Gewalt und
Erniedrigung besteht.
Wir waren alle sehr schockiert, aber der nächste Programmpunkt war- Gott sei
Dank- wesentlich angenehmer und schöner. Wir erfuhren, wie z.B. das Mädchen
Djenebou in Mali lebt, und wir durften selbst ausprobieren einen Wassereimer auf
dem Kopf zu balancieren oder Hirse zu Mehl zu stampfen (das alles gehört dort
zum Alltag der Mädchen). Unsere Führerin erzählte auch, wieso die meisten Eltern
in ärmeren Ländern keine Mädchen haben möchten. Ein Mädchen, das verheiratet
wird, muss eine hohe Mitgift in die Ehe mitbringen und der Familie geht durch
ihren Fortgang eine wichtige Arbeitskraft verloren. Außerdem können Jungen
angeblich besser und härter arbeiten. Aber in Wirklichkeit verrichten die
Mädchen und Frauen eigentlich die körperlich schwere Arbeit, wie z.B.
Wasserholen.
![]() |
|
Anschließend lernten wir noch den Alltag von Asha aus Indien kennen. Wir konnten uns mit Saris verkleiden und uns Henna- Tattoos auf die Hände drucken, wie es in Indien Tradition ist.
![]() |
|
Wir erfuhren auch, dass viele Mädchen auf der Welt große Gewalt erleiden und
ihnen keine Schulbildung ermöglicht wird.
Die Ausstellung brachte uns alle zum Nachdenken, und wir überlegten, welche
Hilfe für solche benachteiligten Mädchen möglich wäre. Unsere Führerinnen
erzählten uns, dass sich u.a. die Hilfsorganisation „Plan“ um diese Probleme
kümmert. Die Ausstellung wurde von ihr zusammengestellt, um zu informieren und
Hilfsaktionen durchzuführen.
Von Spendengeldern werden Entwicklungshelfer in die jeweiligen Länder geschickt,
um dort beispielsweise medizinische Versorgungen zu gewährleisten. Ganz
besonderer Wert wird aber auch auf die Rechte der Mädchen, wie z.B. auf
Ausbildung gelegt.
Unsere Schule geht mit gutem Beispiel voran, denn die Hälfte des
Erlöses unseres
diesjährigen Weihnachtsbasars geht an ein Projekt der Hilfsorganisation „Plan“,
das sich gegen die Beschneidung von Mädchen richtet. Wir hoffen dadurch Mädchen
in aller Welt ein besseres Leben zu ermöglichen.
Es war auf alle Fälle ein sehr informativer und beeindruckender Ausflug, der uns
alle zum Nachdenken angeregt hat. Die Ausstellung zu besichtigen ist wirklich
sehr empfehlenswert.
Vroni Hoke


