Besuch von Pfarrer Benedito Cangeno aus Angola
in den Klassen G10b/c
Fläche: 1.246700 Quadratkilometer
Einwohner: 12,5 Millionen
Hauptstadt: Luanda
Religionen: Christentum und Naturreligionen
Amtssprache: Portugiesisch
Währung: Readjusted Kwanza
So steht es im Lexikon. Ein paar Zahlen, Worte, Informationen. Nichts was aussagekräftig genug wäre, um 40 Jahre Krieg, bittere Armut und eine korrupte Regierung zu beschreiben.
Am 13. Januar 2010 sollten die G10b und die G10c mehr über dieses Land erfahren, das mehr als 6345 Kilometer von München und mehr als eine Welt von unserem alltäglichen Leben entfernt ist. Im Rahmen des Jahresthemas unserer Schule „Afrika“ hatte Frau Bock den angolanischen Pfarrer Benedito Cangeno von der Münchner Pfarrgemeinde Namen Jesu in unsere Klassen eingeladen, um uns dieses afrikanische Land, das hier in Deutschland eine doch sehr geringe öffentliche Wahrnehmung genießt, vorzustellen.
Herr Cangeno kam vor sieben Jahren nach Deutschland, um in Philosophie zu promovieren, ein Fach, das er bereits während seiner Ausbildung zum Pfarrer in Angola studiert hatte. Erst in Deutschland lernte er sein erstes deutsches Wort („Apotheke“), als er in Bonn ein Sprachinstitut besuchte.
Äußerst lebendig erzählte er uns über seine Anfänge hier und auch über seine persönliche Beziehung zum Werbeslogan des Supermarkts Plus „Hier wohnen die kleinen Preise“, denn dies war der erste Satz, den er selbständig übersetzt hatte. Die deutsche Sprache hält er übrigens für „nicht schwer, sondern unmöglich“…
Im Laufe der Stunde konnten wir nur staunen über einen Menschen, der neben sehr gutem Deutsch auch Französisch, Portugiesisch und Englisch spricht, in seiner Schulzeit der einzige aus seinem Dorf war, der den Schulweg von 10 km pro Tag das gesamte Jahr über durchhielt (und das ohne Schuhe!) und hier in Deutschland gleich an seinem zweiten Tag in Bonn eine Messe auf Deutsch gehalten hat. (Er sagt, dass er bis heute nicht wisse, was genau er da vorgelesen habe.)
Obgleich er viele amüsante Anekdoten aus seiner Kindheit und Jugend in Angola erzählte, wurde uns durchaus die verheerende Situation des Landes bewusst. Wahlbetrug, Hunger und Krieg sind nur drei der Probleme, von denen Herr Cangeno zu berichten wusste.
Alles in allem waren diese 55 Minuten sehr interessant und gewinnbringend und Angola ist vielleicht für die eine oder andere ein Stückchen näher gerückt.
Ein herzlicher Dank geht an Frau Bock, die das alles organisiert hat, und natürlich an Herrn Cangeno, der sich die Zeit für unsere Fragen genommen hat.
Hannah Kapfenberger, G10b