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Was ist die Aufgabe
einer konfessionellen Schule?




Auszüge aus Herrn Dr. Grubers Ansprache
anlässlich der 1. Lehrerkonferenz am 12.09.2006


Eine konfessionelle Schule hat, wie jede andere Schule auch, die Aufgabe, die uns anvertrauten jungen Menschen zu bilden und somit im besten Sinne des Wortes ins Bild zu setzen, damit unsere Schülerinnen (und Schüler) im Bilde sind. Im Bilde aber ist nur, wer

     1) informiert
     2) orientiert und
     3) engagiert ist.

ad 1)
Selbstverständlich haben auch konfessionelle Schulen so gut als möglich zu informieren – und diese Information (= fachliche Wissensvermittlung) darf nicht geringer sein als an anderen Schulen. Oder noch prägnanter formuliert: Unsere katholischen Schulen dürfen in der Wissensvermittlung keinesfalls schlechter informieren/unterrichten als die öffentlichen Schulen.

ad 2)
Die konfessionell gebundene Schule muss aber auch orientieren. Was nützt uns eine bestens informierte Gesellschaft, in der die Menschen in der Informationsflut untergehen und in der sie nicht mehr wissen, wer sie sind, woher sie kommen und wohin sie gehen. Hier müssen wir als katholische Schule ohne Wenn und Aber besser sein als andere, weil wir auf diesem Gebiet ganz einfach viel mehr zu bieten haben als andere.

ad 3)
Schließlich sollte die konfessionelle Schule auch engagieren. Was nützt uns eine informierte und allenfalls auch noch orientierte Gesellschaft, wenn die jungen Menschen am Ende aller Bildungsbemühungen sagen: „Ich habe null Bock auf nichts!“ Das Entscheidende an der Bildung ist das Engagement!
Gebildet ist, wer im Bilde ist. Im Bilde sein aber bedeutet, dass man nicht als gelangweilter Zuschauer durch die Bildergalerie der Welt wandert, sondern dass man sich selber im Bilde weiß: Wer im Bilde ist, gehört dazu. Man kennt den Rahmen des Bildes. Man kann den Vordergrund vom Hintergrund, das Wesentliche vom Unwesentlichen und den Schein von der Wirklichkeit unterscheiden. Man ist also weder farben- noch wertblind. In dieser Hinführung zum Engagement für die Gesellschaft läge letztlich das besondere Kennzeichen einer katholischen Schule.

Dieses (soziale) Engagement für die Gesellschaft setzt aber auch das Wissen bzw. das Gespür um bestimmte Werte voraus, womit die Frage im Raum steht, welche Werte eine konfessionelle Schule besonders zu vermitteln suchen sollte? Vielleicht sollte eine katholische Schule bei der Beantwortung dieser Frage ganz einfach vom Grundgedanken ausgehen, dass der Mensch

     1) ein Geschöpf Gottes
     2) ein Mitmensch und
     3) ein Mitgeschöpf ist,

dann ergibt sich nämlich das Erzieherische bzw. die Wertevermittlung ( insbesondere der Respekt bzw. die Ehrfurcht vor den Menschen und den Dingen, die Toleranz, Kompromiss- und Konsensfähigkeit sowie die Verantwortung für die Mit-, Um- und Nachwelt) geradezu von selbst.
In einer konfessionellen Schule bedarf es hierzu christlich gesinnter Lehrer, die echt, wahrhaftig, authentisch sind. Obgleich die Lehrerinnen und Lehrer auch weiterhin Lehrmeister oder magistri bleiben werden (die keineswegs alles wissen), wären sie dann aber vor allem auch „Mitarbeiter an Eurer Freude“ (Kor 1,24).
 
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