Maria Ward und Kinderhilfe Afghanistan
Zur Eröffnung der Maria-Ward-Woche 2007 wurde den Initiatoren der Kinderhilfe Afghanistan, Herrn Dr. Erös und seiner Frau, ein Scheck in Höhe von 5.000 € überreicht. Die Maria-Ward-Schule Nymphenburg der Erzdiözese München und Freising stellte damit einen Großteil des Erlöses des Adventsbazars 2006 diesem Projekt zur Verfügung.
In einer Einführung, die hier in gekürzter Form wiedergegeben wird, versuchte ich, Verbindungslinien zwischen dem Anliegen der Schulgründerin und dem Projekt „Kinderhilfe Afghanistan“ aufzuzeigen.
Dabei bildete die Kernaussage eines Bildes aus dem gemalte Leben, das den Lebensweg Maria Wards künstlerisch nachzeichnet, meinen Ausgangspunkt:
Dieses Bild zeigt Maria Ward als kleines Kind, das sein erstes Wort spricht, und dieses Wort heißt „Jesus“!

Hervorgehoben wird hier anschaulich ihre persönliche
Gotteserfahrung, die ihre Existenz grundlegend prägt und auf die sie von Anfang
an voller Vertrauen setzt, was in meinen Augen gerade durch das Symbol Kind
veranschaulicht wird. Dieser Gott zeigt sich Maria Ward ganz konkret in Jesus
Christus, der durch seine Worte und Taten die große Liebe des Vaters in aktives
Geschehen umsetzt und damit vorlebt.
Diese Erfahrung, die Maria Ward aus ihrem bisherigen Leben herausruft und zur
Begegnung mit Gott als der Kraftquelle des Lebens beruft, prägt ihren weiteren
Lebensweg. Wie Abraham, der exemplarisch für jeden Menschen steht, der zum
Glauben findet, folgt sie ihrer Berufung und lässt sich bedingungslos – ohne
Rückversicherung – auf ein großes Wagnis ein.
Auf ihrem Weg begegnet sie immer wieder dem Gott der Offenbarung, der führt und
rettet, stets aber auch fordert.
Wie Mose erkennt Maria Ward noch ein Zweites, was ich als Mose-Erfahrung
kennzeichne: Dem Mose geht nämlich auf, dass ihm das Geheimnis Gottes im
brennenden Dornbusch nicht geoffenbart wurde, damit er sich nun in der Wüste
eine Kapelle baut, um den Rest seines Lebens dieses Geheimnis zu meditieren. Im
Gegenteil, er wird nach Ägypten geschickt, um das Feuer dieses Geheimnisses
seinen Schwestern und Brüder weiterzugeben und sie zur Begegnung mit diesem
Feuer zu führen.
Schlagartig wird auch Maria Ward vor Augen geführt, dass sie und ihre
Mitschwestern die Erfahrung Gottes nicht hinter Klostermauern ein- und
wegschließen, immer nur meditieren und anbeten sollen; vielmehr muss diese
Gotteserfahrung die Klostermauern überwinden, muss in die Welt hinaus, weil sie
gerade dort den Schwestern und Brüdern verkündet werden und zur Anwendung kommen
soll.
So erkennt sie die Zeichen der Zeit, gründet einen neuen Orden, der die Nöte der
Menschen ernst nimmt, die Wüstensituationen des Lebens mit ihnen teilt, ihnen
die Frohbotschaft verkündet und sich in den Dienst der Schwestern und Brüder
stellt, wobei sie den Konflikt mit Kirche und Gesellschaft keineswegs scheut.
Maria Ward ruft eine Art Kinderhilfe ins Leben; es entstehen schulische
Einrichtungen, die Mädchen und jungen Frauen Lebenschancen durch Bildung und
Erziehung vermitteln wollen, indem sie durch schulisches Wissen informiert
werden und durch die Begegnung mit dem gelebten Glauben Orientierung finden, die
wiederum zu vielfältigem Engagement führt.
Diesen Wirkungszusammenhang stellt Maria Ward selbst mit den folgenden Worten
heraus:
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„Die göttliche Liebe gleicht einem Feuer, |

Die gerade gehörten Stichworte wie „Liebe in die Tat umsetzen“,
„Wagnisse und Herausforderungen eingehen“, „Momente der Hilfe und Solidarität“,
„Wüstensituationen“, „Vermittlung von Bildung und Erziehung“ stellen quasi von
selbst die Verbindungslinien zum Projekt „Kinderhilfe Afghanistan“ her und
verdeutlichen damit, dass die Beteiligung unserer Schule an diesem Projekt, das
Kindern und Jugendlichen durch Bildung Lebenschancen eröffnen will, den
Intentionen unserer Schulgründerin in besonderer Weise entspricht.
Dr. Jürgen Schmelter